Zweite Episode. Der Kummer

(Les Trublions)

JOHANNA VON ORLEANS: Klopf klopf klopf!

DER NÜTZLICHE:    Sagte die Märchenprinzessin.

JOHANNA VON ORLÉANS: Was ist denn los in diesem Haus? Mein Gott! Die Königin ist tot! Sie atmet nicht mehr.

JACQUELINE: Ich freue mich sehr, Sie zu sehen.

DER NÜTZLICHE:    Sagte Jacqueline.

JACQUELINE: Wir könnten ein Bankett veranstalten!

DER NÜTZLICHE:    Jacqueline war immer für ein Fest zu haben.

JACQUELINE: Ich lass mich nicht so leicht unterkriegen.

DER NÜTZLICHE:    Sagte Jacqueline zur schlaffen Königin.

DIE SCHLAFFE KÖNIGIN: Jetzt sei doch nicht so voller Groll!

DER NÜTZLICHE:    Sagte die tote Königin.

DIE SCHLAFFE KÖNIGIN: Das macht dich hässlich.

JACQUELINE: Aha.

DER NÜTZLICHE:    Sagte Jacqueline.

DIE SCHLAFFE KÖNIGIN: Hier, riech an meiner alten Socke. Wer sind Sie denn?

DER NÜTZLICHE:    Sagte plötzlich die schlaffe Königin.

DIE SCHLAFFE KÖNIGIN: Und was ist das für ein Aufzug? Sind Sie die Frau die von weit herkommt, um mich aus Jacquelines Klauen zu befreien?

JOHANNA VON ORLÉANS: Ja, genau die!

DER NÜTZLICHE:    Sagte die Märchenprinzessin. Da hob die Königin ab.

DIE SCHLAFFE KÖNIGIN: Ach, geht’s mir gut!

DER NÜTZLICHE:    Sagte sie. Sie war regelrecht trunken vor Glück und sprach in Zeitlupe.

DIE SCHLAFFE KÖNIGIN: Wie leicht ich mich fühle!

DER NÜTZLICHE:    Sagte sie. Und flog durch die ganze Wohnung.

DIE SCHLAFFE KÖNIGIN: Ich bin eine kleine Daunenfeder!

JACQUELINE: Aha.

DER NÜTZLICHE:    Sagte Jacqueline.

JACQUELINE: Das ist neu.

DIE SCHLAFFE KÖNIGIN: Sind Sie Miss Orléans?

DER NÜTZLICHE: Fragte die schlaffe Königin plötzlich.

JOHANNA VON ORLÉANS: Ja.

DER NÜTZLICHE:    Sagte Miss Orléans.

JOHANNA VON ORLÉANS: Ich komme gerade von den Kreuzzügen zurück.

DIE SCHLAFFE KÖNIGIN: Wusst ich’s doch!

DER NÜTZLICHE:    Sagte die schlaffe Königin.

DIE SCHLAFFE KÖNIGIN: Mein Gott, wie schön Sie sind! Und das Diadem steht Ihnen ausgezeichnet!

JOHANNA VON ORLÉANS: Danke.

DER NÜTZLICHE:    Sagte Miss Orléans.

DIE SCHLAFFE KÖNIGIN: Ja!

DER NÜTZLICHE:    Stöhnte die schlaffe Königin. Dann stürzte sie sich auf den Mund der Miss. Und steckte ihr die Zunge hinein.

JOHANNA VON ORLÉANS: Das ist mir aber jetzt unangenehm.

DER NÜTZLICHE:    Sagte Miss Orléans.

JOHANNA VON ORLÉANS: Dazu bin ich nicht hergekommen.

DER NÜTZLICHE:    Stammelte sie.

DIE SCHLAFFE KÖNIGIN: Jetzt machen Sie‘s mir doch endlich!

DER NÜTZLICHE:    Bettelte die schlaffe Königin, der nichts Besseres einfiel.

JOHANNA VON ORLÉANS: Nein, nicht jetzt!

DER NÜTZLICHE:    Sagte die Miss.

JOHANNA VON ORLÉANS: Ich habe Bauchschmerzen und Blähungen.

DIE SCHLAFFE KÖNIGIN: Ach kommen Sie, bitte!

DER NÜTZLICHE:    Quengelte die schlaffe Königin. Da wurde es der Miss zu bunt.

JOHANNA VON ORLÉANS: Ich bin nicht so eine!

DER NÜTZLICHE:    Brüllte sie.

JOHANNA VON ORLÉANS: Ich bin Johanna von Orléans. Und ich verschleudere meine Jungfräulichkeit nicht an den Erstbesten!

JACQUELINE: Ach, deshalb.

DER NÜTZLICHE:    Sagte Jacqueline.

JOHANNA VON ORLÉANS: Letzte Nacht habe ich Stimmen gehört. Der Liebe Gott, mein Gemahl, ist mir im Traum erschienen. Und er hat zu mir gesagt:

GOTT: Im Palast am anderen Ende der Stadt herrscht großes Chaos. Los, Johannalein. Steh auf. Steig auf dein Eselchen und reite hin!

JOHANNA VON ORLÉANS: Also bin ich aufgestanden. Und der Herr, mein Gemahl, schlief tief und fest, wie immer. Er mag es gar nicht, wenn er am Wochenende über die Welt wachen soll.

GOTT: Heute ist mein freier Tag.

JOHANNA VON ORLÉANS: Sagte er. Also bin ich für ihn eingesprungen. Ich steig auf mein Zugpferdchen. Hü! sage ich und reite übers Land. So. Da bin ich. Ich bin da. Wo sind die Verletzten?

DIE SCHLAFFE KÖNIGIN: Ich bin hier!

DER NÜTZLICHE:    Stöhnte die Königin, die voller Blut war.

JOHANNA VON ORLÉANS: Schnell, meinen Erste-Hilfe-Koffer!

DER NÜTZLICHE:    Sagte Hanna, die Jungfrau von Orléans.

JACQUELINE: Sie haben den Lieben Gott, Ihren Gemahl, verlassen, nur um uns zu helfen?

DER NÜTZLICHE:    Fragte Jacqueline entsetzt.

JOHANNA VON ORLÉANS: Ja, ich habe meinen Gemahl verlassen.

DER NÜTZLICHE:    Sagte Hanna schluchzend.

JOHANNA VON ORLÉANS: Dabei war er mein Ein und Alles. Mein Gott! Wenn Sie wüssten, wie sehr ich ihn geliebt habe. Wir hatten ein Zimmer mit Blick auf die Welt, das war schon was!

DIE SCHLAFFE KÖNIGIN: Sie sind nicht ganz bei der Sache, Fräulein.

DER NÜTZLICHE:    Sagte die schlaffe Königin.

JOHANNA VON ORLÉANS: Oh, Entschuldigung. Verzeihen Sie.

DIE SCHLAFFE KÖNIGIN: Ich weiß nicht, wie ich es Ihnen beibringen soll, Jacque...äh...hanna. Ich. Ich habe einen Frosch im Hals. Will sagen. Ihre Erklärung ging mehr sehr ans Herz, Hanni. Sie hat mich stark berührt. Aber. Wie soll ich sagen. Ich hab schon Jacqueline, verstehen Sie.

JOHANNA VON ORLÉANS: Was? Ich glaub, ich hör nicht recht!

DER NÜTZLICHE:    Sagte Hanni von Orléans.

JACQUELINE: Und jetzt verbrennen wir dich!

DER NÜTZLICHE:    Sagte Jacqueline etwas übereifrig. Da wurde Hanni knallrot im Gesicht.